Gestern hieß es: Der frühe Vogel läuft sich warm. Um 5:00 Uhr klingelte der Wecker, um 6:00 Uhr stand ich bereits auf dem Trail. Das Ziel vor Augen: Die lange Etappe von Neuhaus am Rennweg bis zum Mareile Haus (hinter Brennersgrün, kurz nach Gumbach). Eine Tour der Kontraste, die mir landschaftlich alles geboten hat – und meinen Füßen auch.
Wettergott mit Humor
Die ersten drei Stunden fingen traumhaft an: Kaiserwetter und purer Sonnenschein. Dass der Wettergott im Thüringer Wald Humor hat, bewies er kurz darauf – ein knackiger Hagelschauer zwischendurch sorgte für die nötige Abkühlung. Insgesamt lief es sich aber hervorragend.
Der Wermutstropfen: 10 Kilometer Asphalt
Wo viel Licht ist, ist auf dem Rennsteig leider manchmal auch viel Asphalt. Ungefähr 8 Kilometer vor Steinbach am Wald änderte sich die Kulisse drastisch. Der schöne Waldweg endete und es ging auf der Bundesstraße weiter. Das bedeutete: knapp 10 Kilometer (inklusive der Passage durch Steinbach) purer Asphalt. Ohne jede Pausenmöglichkeit im Schatten. Wer wandert, weiß, was das für die Gelenke bedeutet.
Der Rettungsanker: Wenn man schon durch den Ort muss, nimmt man die Highlights mit. Ein kurzer Stopp beim Bäcker für frische Croissants hat das Mittagessen im wahrsten Sinne des Wortes gerettet. Hinter Steinbach ging es dann zum Glück wieder zurück in den geliebten Wald.
Die Zahlen des Tages
Vom Profil her war die Etappe erstaunlich entspannt, wenn man die reine Länge mal ausblendet:
- Distanz: 38,6 km
- Höhenmeter: ca. 350 m bergauf / 600 m bergab
Das Höhenprofil war also absolut machbar, aber die Kilometerleistung hat am Abend Tribut gefordert. Nach der Ankunft hieß es nur noch: Füße hoch! Statt digitaler Arbeit gab es das volle Kneipp-Programm für die Beine. Spoiler: Es hat Wunder gewirkt! Heute Morgen bin ich komplett beschwerdefrei aufgewacht.





Das große Finale wartet
Heute steht die letzte Etappe nach Blankenstein an. Die Tradition verlangt es: Die Kieselsteine, die ich am Start aus der Werra gesammelt habe, werden heute in die Saale geworfen. Der Rennsteig ist fast geschafft – auf in den Finaltag!


