Es ist vollbracht. Nach sieben Tagen, unzähligen Kilometern und einer gehörigen Portion Asphalt-Frust auf den letzten Etappen bin ich am Ziel angekommen. Für die finalen 15 Kilometer nach Blankenstein habe ich knapp vier Stunden gebraucht (reine Gehzeit: knackige 3 Stunden und 20 Minuten).
Am offiziellen Ende des Rennsteigs hieß es dann erstmal: Tradition bewahren. Die Kieselsteine, die ich vor einer Woche am Start in Hörschel aus der Werra gesammelt habe, liegen nun plangemäß in der Selbitz. Ein symbolischer Akt, der den Kopf frei macht und zeigt: Ein langer Weg beginnt mit dem ersten Schritt – und endet mit dem richtigen Fokus.
Das kulinarische Highlight zum Abschluss
Nach dem geschafften Endspurt ging es direkt in den Wanderstützpunkt. Und was soll ich sagen? Zum allerersten Mal auf dieser siebentägigen Thüringenreise gab es ein echtes, warmes Mittagessen. An den Tagen zuvor war Schmalhans Küchenmeister: Riegel, Bifi To Go und Wasser mussten als Treibstoff reichen. Doch im Ziel wurde ich belohnt: Ich habe die ersten wirklich hervorragenden Thüringer Klöße meiner Reise serviert bekommen. Ein geschmackliches Finale, das die Strapazen der letzten Tage sofort vergessen lässt.
Harte Learnings für das Projekt 2027-2028 (E1-Fernwanderweg)




Der Rennsteig war nicht nur ein Abenteuer vor der Haustür, sondern ein perfektes Testgelände für mein großes Ziel im nächsten Jahr: den E1 von Sizilien bis zum Nordkap. Wenn das eigene Business und das Leben für ein ganzes Jahr komplett in den Rucksack verlagert werden, muss jedes Detail stimmen. Hier sind meine wichtigsten Erkenntnisse aus der Thüringer Woche:
- Die Belastungsgrenzen des Körpers: Man unterschätzt, was die Kilometerleistung mit den Gelenken und Muskeln macht, besonders auf den harten Asphaltpassagen. Pausen- und Regenerationsmanagement (wie mein eiskaltes Kneipp-Programm für die Beine) sind nicht optional, sondern Pflicht.
- Materialermüdung (Fokus Socken!): Meine Wandersocken sind nach dieser Woche sprichwörtlich „durch“ und wandern heute direkt in die Tonne. Wichtigstes Learning für das Gepäck: Unbedingt immer ein zweites, bereits gut eingelaufenes Paar einpacken und fest im Logistik-Plan verankern, alle 1.000 Kilometer für frischen Ersatz zu sorgen.
- Ausrüstung im Härtetest: Bei der Wasser- und Schneefestigkeit gibt es absolut nichts zu meckern. Der Thüringer Wald hat wettertechnisch einiges aufgefahren, aber das Setup hat gehalten. Das gibt das nötige Vertrauen für die Zukunft.

Wie geht es weiter auf spreetrail.com?
Die Beine ruhen sich jetzt in der Bahn über Saalfeld und Erfurt aus, aber der Kopf plant schon die nächsten Routen. Nach dem Trail ist schließlich vor dem Trail:
- Ende Mai: Es geht zum RiskTrail in den Schwarzwald.
- Juni: Eine anspruchsvolle DAV-Wanderung im Wettersteingebirge steht an.
- Zwischendurch: Gibt es natürlich wieder Berichte zu spannenden Tagestouren direkt vor der Haustür in Berlin und Brandenburg.
Danke fürs Mitlesen und die Unterstützung auf diesem ersten großen Teilstück. Der Rennsteig ist abgehakt – das Abenteuer Skalierbarkeit geht weiter!
Seid letztmalig (für diese Reise) aus dem Thüringer Wald gegrüßt, Sebastian



Brigitte Gruihn 17. Mai 2026
Das hört sich wirklich gut an. Erhole und entspanne Dich gut.
Und bereite Dich mental und physisch auf die nächsten schönen Trails vor.
Danke, dass wir an Deiner Tour dabei sein konnten.
Sebastian 18. Mai 2026
Vielen Dank :-)! Nun muss ich erstmal den Papier und Arbeitsstau in Berlin und Glindow aufarbeiten diese Woche……..