Moin aus dem Thüringer Wald! Man sagt ja, es gibt kein schlechtes Wetter, nur falsche Kleidung. Ich ergänze: Es gibt auch „zu viel Kleidung“. Tag 1 startete in Hörschel direkt im vollen Regen-Outfit, nur um nach drei Kilometern festzustellen, dass man auch ohne Sauna-Gänge ordentlich schwitzen kann. Also alles aus – nur um pünktlich zum Mittagshighlight um 11:30 Uhr von einer massiven Schauerzelle begrüßt zu werden. 40 Minuten später rettete mich eine Schutzhütte, in der ich dann – Ironie des Schicksals – meine trockene Regenhose aus dem Rucksack fischen durfte.
Die harte Lehre der Zahlen: Planung ist das halbe Leben, aber die andere Hälfte ist die Realität. Wenn 1.300 Höhenmeter bergauf und 700 Meter bergab auf eine 38-Kilometer-Etappe treffen, merkt man jedes Gramm. Mein Fehler? Ich dachte, wenn 15 kg locker gehen, sind 24 kg auch kein Ding. Weit gefehlt! Das Wanderverhalten musste komplett umgestellt werden: Mehr Pausen, mehr Schnaufen, mehr Demut vor der Last.
Planänderung: Eigentlich sollte heute das Zelt eingeweiht werden. Aber bei der Aussicht auf Schnee, Regenschauer und Minusgrade habe ich den Stolz gegen ein Hotelzimmer getauscht. Nasses Equipment bei Frost? Danke, ich verzichte. Morgen wird hart genug, aber heute Abend gibt es erst mal echtes Thüringer Essen statt der 5-Minuten-Terrine. Die Schultermuskeln haben Redebedarf – und das Training für zu Hause steht schon fest auf dem Zettel!





