Wenn das Thermometer weit über 30 Grad klettert, gibt es für Wanderer nur zwei Optionen: Entweder den Tag schlafend im Schatten verbringen oder früh aufstehen. Ich habe mich für Option 2 entschieden.
Der Tagesablauf in Kürze:
• 04:15 Uhr: Der Wecker reißt mich aus dem Schlaf. •
05:15 Uhr: Zelt abgebaut, Rucksack gepackt und noch vor dem Sonnenaufgang Abmarsch in Traben-Trarbach.
• Kilometer 3: Direkt ein vertikaler Aufstieg von 300 Höhenmetern, um überhaupt auf den Moselsteig zu kommen. Belohnung: Der erste fantastische Ausblick an der Burgruine Grevenburg.
• Der Rest: Postkartenmotive am Laufband. Vorbei an den Hängen von Enkirch und Briedel gab es permanente Blicke auf die tief eingeschnittenen Moselschleifen und durch steile Weinberge.
• Ab 11:00 Uhr: Backofen-Modus. Ohne Schatten schmilzt man auf dem Trail dahin.
Um 13:30 Uhr war das Ziel nach 30 km erreicht: Der Campingplatz in Zell an der Mosel!
Kein Artikel über Zell ist komplett ohne die Legende aus dem Jahr 1863: Drei Aachener Weinhändler konnten sich bei einer Verkostung nicht zwischen drei Fässern entscheiden, bis die schwarze Hauskatze des Winzers auf ein Fass sprang, einen Buckel machte und es fauchend verteidigte. Die Händler sahen darin ein Zeichen, kauften das Fass – und machten die „Zeller Schwarze Katz“ zum Welterfolg.
Heute begegnet einem die berühmte Katze hier auf Schritt und Tritt – vom Denkmal am Marktplatzbrunnen bis zur Basalt-Skulptur im Kreisverkehr.
Jetzt stehen nur noch zwei Dinge auf dem Programm: Zeugpflege, Feierabend und ein gut gekühltes Glas Riesling direkt am Moselufer. Und dann ab ins Zelt, denn morgen früh um 4:15 Uhr heißt es wieder: Der Moselsteig ruft!
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